1968 kam Herbert Aki Lütkebohmert über Viktoria Heiden und
TSV Marl-Hüls nach Schalke. "Wir waren zu Hause
neun sportbegeisterte Geschwister. Es waren einfache Verhältnisse.
Unser Vater war Anstreicher auf der Zeche Graf Moltke in Gladbeck.
Und als Aki, der jüngste Sohn, Profi auf Schalke wurde, war
er der ganze Stolz der Familie. Unsere Mutter war immer ganz gerührt,
wenn Leute in Heiden an der Haustür klingelten und nach
einem Autogramm fragten", erinnert sich Akis Schwester Luzie
Minarzik. Unter Trainer Ivica Horvat wurde der Dauerrenner zur
Lunge des Schalker Spiels. 286 Bundesligaspiele und fast ein ganzes
Jahrzehnt lang schuftete er im Mittelfeld.
Um die internationale Krönung seiner Fußballer-Laufbahn brachte sich Lütkebohmert selbst. Durch seine Verwicklung in den Bundesligaskandal wurde er am 18. März 1973 für zwei Jahre gesperrt, im Januar 1974 begnadigt. "Ohne diese Sperre hätte ich ihn in die WM-Mannschaft geholt", erklärte Bundestrainer Helmut Schön damals.